Er ist immer noch da

Liebe Freunde, liebe Familie,

den Dienst habe ich nicht abgebrochen, ich bin immer noch in Kirgistan!

Es ist fast vier Monate her, dass ich das letzte Mal von mir habe hören lassen. Ich staune über diese Zahl und sie macht mich nachdenklich.
Ein Drittel meines Dienstes habe ich mich hier nicht gemeldet. Das ist eine Stange Zeit. Ich habe Kontakt zu vielen Menschen gehabt – das ist es nicht. Doch meine Schritte niederzuschreiben habe ich etwas, nicht vergessen, wohl eher, vernachlässigt. Warum?

Nun, daran, das herauszufinden, bin ich immer noch beschäftigt.

Vielleicht ist es ein Zeichen dafür, dass ich hier angekommen bin, bzw. die Gegebenheiten gar nicht mehr mit so fremden Augen wahrnehme. Ich habe mir wohl Gewohnheiten angeeignet, mit dem Leben umzuspringen. Nun würde ich sagen, dass ich immer noch gut über Dinge meckern kann, von denen ich besserwisserisch überzeugt bin, sie eben besser zu wissen und ich bis dato auch nicht am Überleben gescheitert bin, also Funktionen, die vor und nach meiner großen Sendepause noch vorhanden sind und waren.

Doch ich glaube, dass mein Gemüt eine ganze Weile gebraucht hat, bis es sich auf die neuen Anforderungen eingeschliffen hat.
Nun, meine ich, läuft es ganz rund.
Ich fühle mich nicht umgepolt – dass ich eine Eignung abgelegt hätte, meinen Alltag zu bestreiten, um sie gegen eine neue einzutauschen, die für die Umstände hier geeigneter iwäre. Ich meine, diese Fähigkeit erweitert zu haben.
So habe ich keine Angst, nach meiner Wiederkehr nicht mehr zu wissen, wie ich mich benehmen soll (außer beim Rülpsen vielleicht – dass ist bei Tisch hier nämlich tatsächlich erlaubt). Überprüfen wir das alles, wenn ich wieder da bin – gespannt bin ich da selber auch sehr.

Welche Dinge nun in der vergangenen Zeit im Groben passiert sind, möchte ich in einem oder mehreren weiteren Beiträgen schreiben.

Lasst euch hier nur gesagt sein: ich bin immer noch da!

Liebe Grüße!

-Jason

Eine schreibfaule Übersicht

Liebe Leut‘,

seit einiger Zeit habe ich ja nun einen Überblick über meinen Arbeitsalltag verspochen und immer wieder aufgeschoben.
Ich möchte es mir etwas einfach machen und meinen 2. Zwischenbericht, den ich pflichtmäßig für das weltwärts-Programm anfertigen musste, hier zur Einsicht offenlegen – ich glaube, die können mir da nichts, es steht ja meine Unterschrift drunter. “Eine schreibfaule Übersicht” weiterlesen

Frohes Geoster! Und, ach ja… Frohes Neues!

Liebe Leser*/Innen und Gelesene,

Frohe Ostern!

Und nachträglich eine frohes und gesundes neues Jahr!

Dieser Nachtrag reicht gar nicht so weit zurück, wie vielleicht der eine oder die andere bis jetzt vermuten mag, sondern, um ziemlich genau zu sein, so 1,714 Wochen.
Und zwar feiert man hier ganz gehörig das Noorus/Nouruz /Naurus/Naurys/Frühlings- oder eben Neujahrs-Fest.
Pünktlich zum Frühlingbeginn wird hier am 20. oder 21. März – wenn sich Tag und Nacht zu ihrem ersten fairen Schichtwechsel abklatschen – ein neues Jahr gefeiert. “Frohes Geoster! Und, ach ja… Frohes Neues!” weiterlesen

Das Zwischenseminar in Georgien und eine kleine Arbeitspause

Nach längerer Schreib-Pause: hello again!

Von der Symbolik kommt es der Halbzeit nahe, mathematisch noch nicht ganz – das Zwischenseminar.
Kurze technische Einführung für’s “wieso, weshalb, warum?”:
Das Zwischenseminar ist, wie das Vor- und die zwei Nachbereitungsseminare Pflichtteil eines jeden Freiwilligen, der seinen Dienst über das Programm “weltwärts” antritt und findet meistens ungefähr zur Hälfte der Dienstzeit statt.
So also für mich in der vergangenen Woche. “Das Zwischenseminar in Georgien und eine kleine Arbeitspause” weiterlesen

Ordentlich Einheizen

„-15°C und es wird noch kälter…“

Nun, da es eine immer zentralere Bedeutung bekommt, möchte ich über das Heizen schreiben.

Zwar habe ich einen milden Winter erwischt, doch auch 5° bis -7°C wollen sich nur außerhalb der vier Wände befinden.
Dennoch zeigt der Winter, dass er mehr drauf hat. Ein paar kalte Tage und Temperaturen in der Nacht von -10 bis -12°C hat es auch schon gegeben.
Nun soll sich zeigen, was er noch für ein Potential hat.
“Ordentlich Einheizen” weiterlesen

Frohe Weihnachten!

Mit den Weihnachtstagen gesellt sich nun die dritte Stelle der Zahl, die meine erlebten Tage in Kirgistan für dieses Abenteuer zählt, zu den anderen beiden, die sich nun einmal gemeinsam nullen durften. Ein viertel Jahr, sogar ein bisschen mehr, bewohne ich nun schon die Außenwohngruppe und werde sicherlich schon einiges erlebt haben. Der Alltag, der täglich mit neuen Raffinessen kommt, lässt das unmittelbar Vergangene schnell wieder verschwimmen und Versuche, an Fingern zu zählen, was mir die Zeit nun schon gegeben hat, nicht so recht zu.

Dennoch passieren Dinge. “Frohe Weihnachten!” weiterlesen

Kerzen über dem Feuer ziehen

Als Vorbereitung auf die Weihnachtszeit und als Verkaufgegenstand für einen anstehenden Adventsbasar, haben wir uns entschieden Kerzen zu ziehen. Da dieses Ritual für dieses Jahr durch Fehlen auf einem bestimmten heimatlichen Basar eh auszufallen drohte, konnte auch an dieser Stelle ausgeholfen werden (ein Wink an alle, die dieses Jahr in der Schule wieder Kränze gebunden und/oder sich über ihre 2€-Freikarten gefreut haben). “Kerzen über dem Feuer ziehen” weiterlesen

Ein Winterspaziergang

Seid gegrüßt,

von den Bergen kriecht die Kälte nun auch in die Täler.

Heute fiel, nach dem Augen öffnen, nach lauthalsem Verkünden dieser Tatsache (Grund für das Augen öffnen), hier in Belovodsk das erste bisschen Schnee.
Gefrorene Pfützen kündigten das die letzten Tage schon an.

Genau für heute verabredeten wir Freiwilligen uns, in die Berge zu gehen und dort ein wenig zu wandern.

“Ein Winterspaziergang” weiterlesen

Mein temporäres Zuhause/mein Arbeitsplatz

Liebe Leut’,

Wie bereits angekündigt, möchte ich ein wenig über den Ort schreiben, an dem ich hier zum Einsatz komme und welcher gleichzeitig meinen Wohnort darstellt. Ich bin selber ein bisschen gespannt, was ich hier zu (digitalem) Papier bringen möchte, da der Kontakt mit der Umgebung ständig andauernd und unmittelbar ist, sodass eine Distanzierung vom Geschehen oft nicht so einfach stattfindet. “Mein temporäres Zuhause/mein Arbeitsplatz” weiterlesen