Eine schreibfaule Übersicht

Liebe Leut‘,

seit einiger Zeit habe ich ja nun einen Überblick über meinen Arbeitsalltag verspochen und immer wieder aufgeschoben.
Ich möchte es mir etwas einfach machen und meinen 2. Zwischenbericht, den ich pflichtmäßig für das weltwärts-Programm anfertigen musste, hier zur Einsicht offenlegen – ich glaube, die können mir da nichts, es steht ja meine Unterschrift drunter.

Die Idee “Zwischenbericht” soll für die Entsende-Organisation und das BMZ einen Überblick darstellen und beinhaltet Fragen über den Stand der Dinge, offene & abgeschlossene Projekte + Zukunftspläne und ein wenig persönliche Fragerei (Teil 2).

 

Zwischenbericht zum 3. Quartal des Freiwilligendienstes:

19.03.18

Teil 1

Pünktlich zum zweiten Zwischenbericht übergibt der Winter den Anspruch auf das Wetter an den Frühling. Es wird wärmer und die Gemäuer wärmen sich langsam wieder auf.
Mit diesem Temperatur-Umbruch soll sich auch in der Gestaltung der Arbeit etwas ändern, doch vorab eine Übersicht über die letzten 3 Monate.
Nachdem einer das 3. Haus verlassen hatte, dreht sich der Alltag vorerst nur noch um drei Bewohner. Ziel dieser Zeit war es, eine Milchküche einzurichten, im Arbeitsplan zu etablieren und eine kleine Nähwerkstatt ins Leben zu rufen. Die Milchküche war durch Bauarbeiten lange gesperrt. Die Nähwerkstatt besteht aus zwei Nähmaschinen, die nun in unserem Wohnzimmer stehen. Lange waren sie nicht funktionsfähig, bis eines Tages ein Fachkundiger kam und sie einigermaßen befriedigend reparierte. In Ermangelung an geeignetem Stoff, begann ich mit den Bewohnern, das Bedienen der Maschinen und wichtige Handgriffe erst einmal ein wenig an Resten zu lernen. Auf dem zukünftigen Plan stehen zum Beispiel Beutel, vielleicht Taschen o.ä., die dann auf Basaren zum Verkauf ausgestellt werden können.
Zu koordinieren galt es:
die Aufteilung der Bewohner auf die Arbeitsbereiche Nähwerkstatt, Milchküche, Waschküche, Küche und Heizung.
Letzterer stellte besonders für die letzten drei Monate eine wichtige und Zeit-beanspruchende Aufgabe dar, da das
Haus über einen eigenen Kohle-Brenner versorgt wird. Eine besonders scharfe Woche mit Temperaturen bis zu minus 30 Grad ließen uns die Zehen kalt werden – doch alle haben es gut überstanden.
Meine konkrete Position in den einzelnen Bereichen bestand aus Mitarbeit und Aufsicht. Die Milch-Verarbeitung und Wasch-Küche habe ich mit beaufsichtigt. In den anderen Bereichen hauptsächlich mit den Bewohnern zusammen oder auch alleine gearbeitet. Auch standen über die Zeit Reparaturen und Improvisationen an, die teilweise durch das markante Wetter bedingt waren.
Eine meist schöne, wie verantwortungsvolle Aufgabe ist die Pflege zweier Hunde und eines Katers, die über die Zeit ihren Weg in die Einrichtung gefunden haben. An ihnen lässt sich gut Geduld und Verantwortung lernen.

In der Leitung gibt es nach wie vor Unklarheiten und teilweise Planlosigkeit. Die Führungs-Position wurde mehrfach über zwei Personen verschiedenen-anteilig aufgeteilt und steht vermutlich immer noch nicht ganz fest. Im Konkreten gibt es auch Unsicherheiten, wie mit Plänen und ihrer konsequenten Durchsetzung umgegangen wird. Häufig werden grundlegende Themen bis ins Detail diskutiert und erschweren eine, auf sich aufbauende Zukunft, sowie erkennbare Fortschritte. Insgesamt herrscht Mitarbeitermangel, was in meinem Fall bedeutet, dass ich mich auf viele Arbeitsbereiche aufteilen muss. Immer noch gibt es keine durchgehende Beaufsichtigung des dritten Hauses durch festangestellte Mitarbeiter – diese Aufgabe wird auch offiziell uns Freiwilligen zugeteilt.

Für die Zukunft steht wieder Arbeit außerhalb der vier Wände an. Pflanzen müssen gesät und der Garten mit ihnen bestellt werden. Auch baulich ist noch nicht alles final.
Ich denke, dass auch weiterhin die Verantwortung zu großen Teilen an uns Freiwilligen hängen bleibt und werde mir Mühe geben, dieser gerecht zu werden.

Teil 2

Herausfordernd war der Winter schon an sich auf eine gewisse Art und Weise.
In Verbindung mit ein wenig sozialer Isolation vor Ort, waren manche Tage unter der Woche nach Beendigung der Arbeit nicht sonderlich aussichts- und ereignisreich.
Die Wochenenden sind immer eine willkommene Abwechslung, da ich an ihnen zum Beispiel die Möglichkeit habe, zu den anderen Freiwilligen nach Bischkek zu fahren und die Arbeits(platz)-lastige Woche etwas auszugleichen – dort dann auch etwas mehr Kontakt zu hiesigen Menschen knüpfen kann.
Mir fehlte ab und zu der eigene Bewegungsspielraum.
Die konkret umgesetzte Idee vergebe ich mal an die Nähwerkstatt. Es gibt sie – noch lange nicht
ausgereift, aber sie hat schon einen guten Stellenwert gefunden. Für die Zukunft habe ich den Bau eines Steinofens für den Garten in Planung. Dieser ist bis jetzt recht ungemütlich und lädt nur zu pragmatischen Tätigkeiten ein. Mit einer solchen Idee ließe sich dieses Image vielleicht aufbessern.

Generell freue ich mich, die Hälfte des Dienstes erreicht zu haben und blicke dabei in die Zukunft.

Mit freundlichen Grüßen,
Meister Yoda

*Teile dieses Berichts wurden leicht verändert…

 

Unmittelbar dieser Tage, steht viel Garten-Arbeit an. Um wieder so üppig ernten zu können, wie im letzten Jahr, muss einiges getan werden. Ein ehemaliger Freiwilliger und Agraringieneur hat die Latte da sehr hoch gehängt. Mal schauen, wie nahe wir ihr kommen.
Auf jeden Fall soll es eine recht breite Palette an Früchten und Gemüse geben, wie Tomaten, Paprika, Bohnen, Kürbisse, Gurken, Kohlrabi, Zwiebeln, Knobi, Möhrchen, Rote Beete und als Leckereien Erdbeeren (diesmal zwei Beete), Himbeeren und als Versuch Melonen.

Dafür wird jetzt in Töpfchen und Schalen gesät, bewässert, pikiert, gepflegt, gepeppelt und gehofft, dass alles soweit klappt.
Die Sonne ist schon sehr kräftig und treibt das Grün unaufhaltsam voran.

Soweit die Übersicht.

Melde mich wieder mit verschiedenen Themen, Texten und Bildern.
Mal schauen, was da so kommt.

Grüne Grüße,

-Jason

Eine Antwort auf „Eine schreibfaule Übersicht“

  1. Lieber Jason, ganz herzliche Grüße und Glückwünsche zu Deinem Geburtstag! Wir wünschen Dir für das neue Lebensjahr glückliche Entscheidungen, Mut diese zu treffen, jede Menge gute Erlebnisse und Spaß! Wir hoffen Du konntest Deinen Geburtstag zu einem besonderen Tag werden lassen!
    Das letzte Drittel Deines FSJ beginnt nun bald. Nutze die Zeit für Dich und bleib gesund!
    Wir drücken Dich und wünschen Dir alles Gute
    Jörn und Dagmar

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