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Hallo Freunde, hallo Familie, hallo alle anderen Leser,

von September 2017 bis September 2018 bin ich nicht daheim.
Ich leiste einen Freiwilligendienst in, wie die Überschrift schon verlauten lässt, Kirgistan oder Kirgisistan, wie die Deutschen sagen oder Kirgisien, wie die Leute hier in Kirgisien/(is)tan sagen.

Ein Jahr lang werde ich in einer Einrichtung für erwachsene Menschen mit Behinderung arbeiten, sie im alltäglichen Leben begleiten und einige, so gut es geht, dabei unterstützen, sich zu rehabilitieren und selbstständig am “normalen” Leben teilzuhaben.

Die Einrichtung nennt sich “Sozialdorf Manas” und ist eine durch Spenden finanzierte Initiative eines deutschen Ehepaares unter der Leitung einer engagierten Kirgisin, die die Dinge hier am Laufen hält.
Diese Wortwahl deshalb, weil die Situation der Betreuung von Menschen mit Behinderung generell, aber vor allem die, im Lebensalltag eingeschränkter Erwachsener, in Kirgistan sehr dürftig ist.
Es fehlen staatliche Gelder und es mangelt auch noch an Initiativen.
Das Resultat ist eine unhumane buchstäbliche “Bodenhaltung” in staatlichen Kinderheimen (essen und schlafen) und eine perspektivlose Zukunft für diejenigen, die das Erwachsenenalter erreicht haben.

Über die Zeit haben sich mehrere Zentren gebildet, die sich dieses Problemes angenommen haben, einschließlich der Einrichtung, die ich besuche. Sie bilden ein Netzwerk, das um gesellschaftliche Akzeptanz kämpft und auch politisch aufklären soll.

Mein Arbeitsalltag ist ein noch nicht druckfertig beschriebens Blatt.
Mangelnde Arbeitskräfte und strukturelle Schwierigkeiten geben meiner Position als “Freiwilliger” mehr Verantwortung, als ich zuvor angenommen habe. Mit drei weiteren Freiwilligen werde ich hier Posten wie Organisation, Betreuung und Mitgestaltung übernehmen dürfen.

Es gibt viel Spielraum, der einiges offen lässt, was ich selber gestalten darf.
Der daraus resultierenden Verantwortung begegne ich mit Respekt.

Es gibt also viel zu tun, doch auch viel zu erleben.
Kirgistan wird die Schweiz Zentralasiens genannt und bietet spektakuläre Landschaften. Ein Ort, an dem ich auch viel nachdenken möchte.

Selber bin ich sehr gespannt, was die Zeit bringen wird…

Ich freue mich, wenn ihr vorbeischaut!

Liebe Grüße,

 

– Jason